Onlinetraining und die Wissenschaft


7 Kernaussagen, wann Onlinetraining  genauso erfolgreich ist wie Livetraining

Heutzutage maskieren sich „Informationsprodukte“ oft als „Onlinetraining“. Warum dies ist ein großer Fehler ist und wie Onlinetrainings gestaltet werden sollten, dass sehen wir jetzt in diesem Beitrag.

Videokurse, Audiokurse, Downloads usw. liefern auf der einen Seite durchaus eine Form von Wissen, sind jedoch von dem wichtigen Thema „Bildung“ weit entfernt. Wertvoll wird ein Onlinetraining, wenn es nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch didaktisch geschickt, motivierende Bildung durchführt. Und genau an dieser Stelle trennt sich bei den Produktanbietern die Spreu vom Weizen.

Meine Erfahrung als (Online-) Trainer hat die letzten Jahre gezeigt, dass die Menschen, die viel lesen, nicht zwingend die Menschen sind, die das erworbene Wissen in die Praxis umsetzen. (Übrigens bekenne ich mich in dieser Beziehung, zumindest in den Anfangsjahren meiner Tätigkeiten, dazu genauso schuldig) Nur ein gut gestaltetes Onlinetraining, das aufwechslungsreich, motivierend und mit viel Umsetzungshilfe arbeitet, initiiert Verhaltensverändungen. „Menschen gieren nicht nach neuem Wissen, Menschen gieren nach Umsetzung!“

Was sagt jetzt nun die Wissenschaft dazu?

Zur wissenschaflichen Unterstützung der eben gemachten Aussagen, möchte ich Ihnen nun einige spannende Studien zu diesem Thema weitergeben. Ein Wissenschaftler, der sich hier besonders hervorgetan hat, ist Benjamin Bloom. Er wieß bereits im Jahr 1984 nach, dass Studenten, die einen 1:1 Tutor zur Seite gestellt bekamen, die besten Lernergebnisse erzielten. (ohne die Zeit- und Kostenfrage an dieser Stelle genauer unter die Lupe zu nehmen)

Und spannend ging es weiter…

Studenten, die erst einen kompletten Lernabschnitt abschlossen, bevor sie sich einem neuen zuwandten, erzielten zweimal bessere Ergebnisse. Wagen wir eine kleine Selbstreflexion? Sind Sie tendenziell eher ein „Lernspringer“ bzw „Nicht-Vollender“? Wie ist Ihr Lernverhalten angelegt? Ich denke, es ist zielführend, auch im Hinblick auf die Durchführung eines Onlintrainings, sich selbst solche „ketzerischen“ Fragen zu stellen.

Kommen wir zu der nächsten interessanten Erkenntnis: Der eben beschriebene erfolgreiche 1:1 Tutor kann, mit ähnlich guten Ergebnissen, durch eine funktionierende Community ersetzt werden. Die Wissenschaft hat herausgefunden, dass wir ebenso gut von dem wertschätzenden und konstruktiven Feedback der Community lernen können, denn in den Communities war aufgrund des gegenseitigen Bewertens, der grösste Lerneffekt nachgewiesen worden.

Sie, liebe Leser, trifft die Verantwortung, sollten Sie ähnlich erfolgreiche Ergebnisse erzielen wollen, sich in den Communities zu engagieren. Mich als Trainer trifft die Verantwortung, Ihnen diese  Communities (Trello-/ Whats App Gruppe etc.) zur Verfügung zu stellen. Wenn Sie diese Umstände beachten, werden Sie laut Statistik, von den „Problemen“ des Onlinetrainings befreit bleiben.

Wie sieht die gelebte Praxis der (Online-)Lernenden aus?

Leider spricht diese keine angenehme Sprache:

  • Die Hälfte aller Teilnehmer kommt nicht über das Absolvieren des ersten Lernkapitels hinaus.
  • Nur etwa 4% der Teilnehmer schließen den Kurs überhaupt komplett ab.

(Eine kleine persönlche Anmerkung von mir: Solange Sie bei mir einen solchen Kurs kaufen und bezahlen, könnte mir der letzte Umstand herrlich egal sein. Ist es aber nicht. Würde ich Ihnen sonst die ganze Hilfestellung für die Umsetzung geben? Sicherlich nicht.)

Also, wir merken uns jetzt den Grundsatz, der wie ein Mantra klingen soll: Support ist wichtig – Support ist wichtig – Support ist wichtig – Support ist wichtig.

Zitate

Zu jedem guten Artikel gehört doch ein gutes Zitat, welches den tieferen Sinn des Gesagten verdeutlicht – oder nicht? Wohlmöglich passt das nun folgende Zitat „wie die Faust aufs Auge“. Das Zitat ist von Benjamin Franklin und es geht wie folgt:

Tell me – and i forget (Sag mir –und ich vergesse)

Teach me – and i may remember (Lehr mich – vielleicht errinnere ich mich)

Involve me – and i learn (Lass mich mitmachen – und ich lerne)

Tolle Gedanken, die das Thema auf den Punkt bringen. Ich, Frank Dressel, werde darauf achten, Ihnen die Möglichkeit zu geben, sich aktiv in den Kurs zu involvieren. Werden auch Sie Ihrem Teil der Verantwortung gerecht und gehen damit einen großen Schritten in Richtung Ihrer positiven persönlichen Weiterentwicklung.

Hört sich alles gut an – und doch komme ich von meinem (Lern-)Weg ab. Was mache ich jetzt?

Vielleicht kommen Sie im Laufe Ihrer Kursbearbeitung nicht weiter und sind kurz davor abzubrechen. Um mit diesen Umstand besser umgehen zu können, erzähle ich Ihnen eine kleine Geschichte aus der Welt der Piloten. Wussten Sie, dass es den Piloten bewusst ist, dass sie sich bis zu 90% des Fluges, abseits der geplanten Flugroute befinden? In unseren Passagiersitzen, die Augen fest den kleinen Bildschirm vor uns fixierend, wird uns ein solcher Umstand nicht wirklich bewusset. Wir haben den Eindruck, wir würden in einer mehr oder weniger geraden Linie von Punkt A nach Punkt B fliegen. Was für ein herrlicher Irrtum. In der Realität ähnelt so ein Flug eher einem Zick-Zack-Kurs mit langen kleinen Korrekturen. Ein völlig normaler Umstand. Flugveränderungen aufgrund des Luftdruckes, neue Towerinfos über den Flugverkehr, Veränderung des Fluggewichtes aufgrund des Kraftstoffverbrauches – alles ganz normale Vorgänge, auf die automatsich mit kleinen Kurskorrekturen reagiert wird.

Und was hat dies nun mit Onlinetraining zu tun?

Ein Quizz oder eine Zusammenfassung fungiert wie ein Checkpoint, der Ihnen aufzeigt, ob Sie sich noch auf dem richtigen Weg befinden. Diese Dinge wirken wie ein Funkturm, der dem Piloten die Information gibt: Alles ok, Flieg weiter so! Alles ist gut. Mit diesen Überlegungen wird auch in Ihrem Onlinekurs die Wahrscheinlichkeit drastisch erhöht,  dass Sie Ihr vorgenommes Ziel erreichen. 

Zusammenfassung:

  • 1. Wahrscheinlich erfüllen 90% aller „Infoprodukte“ im Internet (Videokurse, Audiokurse, Downloads usw.) ihren ursprünglichen Sinn nicht
  • 2. „Lesen“ bedeutet noch lange nicht „Umsetzen“
  • 3. Studien beweisen, dass „Communities“ in den möglichen Lernergebnissen den besten persönlichen Tutoren gleichkommen können
  • 4. Support ist immens wichtig
  • 5. Begehen Sie Selbstreflexion: Wie ist Ihr persönliches Lernverhalten angelegt?
  • 6. Denken Sie an das Zitat von B. Franklin: ….involviere mich, und ich lerne!
  • 7. Prüfungen sind, wie für den Piloten, Leuchttürme, die uns auf dem richtigen Weg weiterführen

In diesem Sinne, wünsche ich Ihnen viel Spaß und Erfolg bei den Onlinkursen und freue mich Sie auf www.frankdressel.com begrüßen zu dürfen.

Herzlichst

Frank R. B. Dressel

 

Ich bin Frank R. B. Dressel. Jhg. 66, Kommunikationsexperte, Onlinetrainer und Fachbuchautor. Ich darf über 25 Jahre Schulungs- und Trainingserfahrung nachweisen und setze meine Schwerpunkte auf das Konfliktmanagement und der wertschätzenden Dialogtechnik. Es gelang mir, die Kommunikationstechnik des Verbalen Aikido, im deutschsprachigen Raum nachhaltig zu etablieren. Ausgebildet bin ich u.a. in den Bereichen BWL, Onlinetraining, Suggestopädie und ich bin langjähriger Dozent an mehreren Lehrinstituten (DEKRA Certifikation GmbH , DPFA, Going Public etc). Mit sehr viel Freude und Herzblut entwickle ich Onlineschulungen und berate Unternehmen in der Etablierung von Qualitätsmanagementsystemen. Mein klares Motto ist: Kommunikation ist alles, denn alles kommuniziert. Freue mich Sie bei Ihren Unternehmungen zu unterstützen.

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